|
|
|
|
|
|
|
|
|
Pflichtschuldigster
Bericht über die Bataille bei Maastricht Gemäß
Campagne-Plan für das Leib=Infanterie=Regiment, 6.Compagnie, waren 11
Kameraden der Alliirten Haupt=Armee zugetheilt, als dieser die Aufgabe
übertragen wurde, den Übergang über die Maas zu gewinnen. Das Leib=Regiment lagerte in einer
Gasse mit dem
Colbergschen Infanterie=Regimente.
Zusammen mit einem Geschütz
der
Garde=Artillerie=Brigade
bildete dies
combinirte Bataillon
die einzigen
noch marschfähigen preußischen Truppen. Am Sonnabend, dem 11ten, wurden
die preußischen Truppen, zusammen mit anderen
alliirten Kräften
dazu verwandt, das Fort St. Pierre vom Feinde zu säubern. Reguläre Artillerie war
zu diesem Zwecken nicht vorhanden. Das
Plänkeln
über den Haupt=Graben hinweg half nichts rechtes. So konnte eine Entscheidung erst herbeigeführt werden, als
es gelang, durch eine verborgene Pforte in das Fort einzudringen und wir in
dunklen Gängen
voller Pulverschwaden den Feind zu Paaren treiben und
die Fahne der
frechen Besatzer niederholen konnten
. Damit war nun freilich dem
Kämpfen noch kein Ziel gesetzt: Am Nachmittage entbrannte ein viel heftigerer
Kampf um die Bastion Waldeck der Haupt=Enceinte, bei der der Feind
stärkeren Widerstand
leistete und es viel
Verlust
gab. Am Abend wurden am Nachthimmel seltsame
Lichtzeichen
gesichtet. Wenngleich es verschiedene Ansichten gab, was wohl deren Ursache sey, war doch die verbreitetste, daß der HErr den seinen hiermit ein Zeichen geben wollte, den Weg nach Paris weiterzugehen und
den Völkern statt der Tyrannei Napoleons die güthige Herrschaft ihrer angestammten Fürstenhäuser wiederzugeben oder sie unter dem Dach unserer preußischen Monarchie zu vereinen.
Jörg
Scheibe, Unteroffizier N.B. Unbedingt erwähnt werden
muß abermalen des Herrn
Domänen=Raths Wittlief und seiner Schwester
, ohne
deren Mithülfe eine
Ernährung
der Truppen in dem ausgesogenen Lande kaum
möglich gewesen wäre. |
||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||
|
|
|||||