Pflichtschuldigster Bericht über die Bataille bei Maastricht
am 11ten September 2004

Gemäß Campagne-Plan für das Leib=Infanterie=Regiment, 6.Compagnie, waren 11 Kameraden der Alliirten Haupt=Armee zugetheilt, als dieser die Aufgabe übertragen wurde, den Übergang über die Maas zu gewinnen.

Durch den Kommandanten vom Platze war das Lager auf genau der Wiese abgetheilt worden, von der aus der französische König Ludwig der 14te im Jahre 1673 die Belagerung von Maastricht beobachtet hatte.

Das Leib=Regiment lagerte in einer Gasse mit dem Colbergschen Infanterie=Regimente. Zusammen mit einem Geschütz der Garde=Artillerie=Brigade bildete dies combinirte Bataillon die einzigen noch marschfähigen preußischen Truppen.

Am Sonnabend, dem 11ten, wurden die preußischen Truppen, zusammen mit anderen alliirten Kräften dazu verwandt, das Fort St. Pierre vom Feinde zu säubern. Reguläre Artillerie war zu diesem Zwecken nicht vorhanden. Das Plänkeln über den Haupt=Graben hinweg half nichts rechtes. So konnte eine Entscheidung erst herbeigeführt werden, als es gelang, durch eine verborgene Pforte in das Fort einzudringen und wir in dunklen Gängen voller Pulverschwaden den Feind zu Paaren treiben und die Fahne der frechen Besatzer niederholen konnten .

Damit war nun freilich dem Kämpfen noch kein Ziel gesetzt: Am Nachmittage entbrannte ein viel heftigerer Kampf um die Bastion Waldeck der Haupt=Enceinte, bei der der Feind stärkeren Widerstand leistete und es viel Verlust gab.

Am Abend wurden am Nachthimmel seltsame Lichtzeichen gesichtet. Wenngleich es verschiedene Ansichten gab, was wohl deren Ursache sey, war doch die verbreitetste, daß der HErr den seinen hiermit ein Zeichen geben wollte, den Weg nach Paris weiterzugehen und den Völkern statt der Tyrannei Napoleons die güthige Herrschaft ihrer angestammten Fürstenhäuser wiederzugeben oder sie unter dem Dach unserer preußischen Monarchie zu vereinen.

Magdeburg, am 18ten September 2004

Jörg Scheibe, Unteroffizier

N.B. Unbedingt erwähnt werden muß abermalen des Herrn Domänen=Raths Wittlief und seiner Schwester , ohne deren Mithülfe eine Ernährung der Truppen in dem ausgesogenen Lande kaum möglich gewesen wäre.