Pflichtschuldigster Bericht über die Bataille bei Montmirail
am 25ten und 26ten Mai 2001

Gemäß Campagne-Plan für das Leib=Infanterie=Regiment, 6.Compagnie, waren 12 Kameraden in der Gegend von Montmiral, südwestlich von Epernay, als das Alliirte Heer auf den Feind stieß.

Durch den Kommandanten vom Platze war das Lager im Parke des Schlosses von Montmirail angelegt worden. Das Leib=Regiment lagerte in einer Gasse mit der Kayserlich Deutschen Legion. Dem combinirten Bataillon Hübler waren außerdem noch ein Tromler, der zugleich Flöte spielen kann, und drei versprengte Grenadiere vom Oestreichischen Regimente Colloredo aggregirt worden.

Am Freitag, dem 25ten, kam es zu mehreren Gefechten bei einem Gehöfte vor dem Orte Belin, bei dem Orte le Thoult (um die Brücke) und auf einer Hochfläche bei den Dörfern Charleville und Villeneuve. Hier wurde das Bataillon wurde mehrfach von Cavallerie angegriffen und wehrte diese im Quarée ab. Danach gelang es noch, einen Angriff der Kaiserlichen Garden abzuschlagen, worauf hin sich der Gegner zurückzog.

Am Sonnabend, dem 26ten, ward auf dem ganzen Marsche vom Feinde nichts zu sehen bis sich der Feind bei dem Dorfe Boissy le Repos uns in den Weg gelegt und wiederum die einzige Brücke mit Artillerie und Infanterie besetzt. Hier kam es zum Kampf. Die Brücke wurde genommen und der Feind geworfen, wobei das 3te Churmärkische Landwehr=Regiment großen Verlust hatte.

Nach einer kurzen Mittags=Rast wurde wiederum abmarschirt. So weit das Bataillon aber marschirte, weder der Feind noch eine Krume Brots war zu sehen. Das Bataillon hatte erhebliche Marschverluste, die auf auf Bagage=Wagens nachgefahren werden mußten.

Bei dem Weiler la Haute Vaucelle erlebte das Leib=Regiment, daß die Rückverlegung nach Montmirail zusammen mit einer Geschützbedienung der Garde=Fuß=Artillerie deckte, erlebte hierbei die Freundlichkeit, von der Land=Bevölkerung mit einheimischen Getränken bewirtet zu werden. Durch ein Versehen entstand hierbei leichter Schaden an einem Stall (ein Bauer durfte ein Geschütz abfeuren, wodurch in der benachbarten Scheune ein Fenster herausfiel).

Magdeburg, am 03. Juno 2001

Jörg Scheibe, Unteroffizier